Landschaftsgärtnerin und Autorin Martina Meidinger bloggt über Gartenerlebnisse, Pflanzideen und Veranstaltungen für Grünfinger im Großraum München.

Sonntag, 28. Juli 2013

Notreife beim Getreide

Kurz nach der Aussaat
Gestern wurde im Fruchtgarten die Sommergerste geerntet. Ursprünglich war geplant, nur eine kleine Menge zu schneiden und zu trocknen, damit beim Erntefest Material zum Dreschen da ist. Dass dann doch das ganze Feld abgeerntet wurde lag daran, dass die Gerste notreif war. Laut Wikipedia bezeichnet Notreife "vorzeitiges Abreifen durch widrige Umstände". Ein solcher widriger Umstand kann der Trockenstress sein, den die Gerste in den letzten Wochen erlitten hat. Bei der Notreife kommt es zu Ertragseinbußen. Die Körner bleiben klein und leicht, weil vor dem Abreifen nicht mehr genug Stärke eingelagert werden konnte. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit, wird heuer vermutlich sehr viel Getreide vorzeitig reif werden.


Vor ein paar Wochen waren die Halme noch grün
Die Sommergerste wird überwiegend zur Vermälzung angebaut. Malz kann zum Backen, für Malzkaffee oder zum Schnaps brennen verwendet werden. Der größte Teil der bei uns angebauten Gerste wird aber als Braugerste genutzt. Abgesehen vom "Gerstensaft" spielt das Getreide hierzulande für die menschliche Ernährung keine allzu große Rolle. Im asiatischen Raum wird Gerstentee getrunken. Das Getreide mit den langen Grannen war neben Bohnen und Trockenfrüchten ein Hauptnahrungsmittel der römischen Gladiatoren, welche Berichten zu Folge Vegetarier gewesen sein sollen. Wintergerste wird häufig als Viehfutter verwendet.

aufgemandelte Gersten-Garben
Gersten-Stoppelfeld

Samstag, 27. Juli 2013

Feldarbeit anno 2013

Trotz brütender Hitze haben sich heute einige große und kleine Interessierte im Fruchtgarten eingefunden. Um 11 Uhr ging es los mit einer Führung durch den Bauerngarten und die landwirtschaftlichen Kulturen. Spannend wurde es anschließend, als gleich mehrere Landmaschinen-Oldtimer anrückten. Nun wurde gezeigt, wie man Getreide geerntet hat, als es noch keine Mähdrescher gab.

Der Ableger im Einsatz

Mit dem sogenannten Ableger wurde das Korn geschnitten und neben der Fahrspur abgelegt, wo wir es dann zusammenbinden und aufstellen durften. Früher war das Binden eine traditionelle Frauenarbeit. Als das Getreide noch mit der Sense gemäht wurde, arbeiteten ein Schnitter (das war üblicherweise ein Mann) und eine Binderin meist paarweise zusammen. In manchen Gegenden war es sogar üblich, dass eine Binderin das Material von zwei Schnittern zu Garben binden und diese dann aufsetzen musste. In dem Tempo und durch die damit verbundene Körperhaltung, war das Binden körperliche Schwerstarbeit. Dafür bekam die Binderin etwa halb so viel Lohn wie der Schnitter. Als das Getreide schließlich mit dem Ableger gemäht wurde, waren mehrere Binderinnen nötig, um die maschinell abgelegten Garben zu bündeln und aufzustellen

Der Bindemäher...

...und sein Zugfahrzeug

Mit der Entwicklung des Bindemähers wurden die Binderinnen dann eingespart. Der Bindemäher bindet das Getreide nach dem Mähen selbständig zu Garben und legt diese dann auf dem Feld ab. Ein Meilenstein in der Mechanisierung der Landwirtschaft waren sicher die ersten selbstfahrenden Mähdrescher, die ungefähr in den 50er Jahren in unserer Gegend populär wurden. Wir hatten heute ein Modell der Firma Bautz im Einsatz, welches von Mintrachinger Landwirten zuletzt Ende der 70-er Jahre verwendet wurde.

Der Bautz war über 30 Jahre nicht mehr im Einsatz, hat aber nichts verlernt ;-)

Ernüchternd war dann der letzte Programmpunkt: als ein moderner Mähdrescher in wenigen Minuten ein Arbeitspensum verrichtete, für das wir mit dem historischen Verfahren einen ganzen Nachmittag lang mehrere Leute beschäftigt hatten. Und wir sind noch nicht mal fertig - gedroschen wird unsere Handarbeits-Gerste nämlich erst beim Erntefest am 24. August.

Staubige Angelegenheit...

...aber das Ergebnis überzeugt!

Einen kurzen aber sehr informativen Bericht über den technischen Fortschritt bei der Getreideernte von der Sense bis zum Bindemäher gibt es hier. Schön fand ich, dass bei unserer Aktion auch ein paar Kinder und Jugendliche mitgemacht haben. Einige Erwachsene erinnerten sich an ihre eigene Kinderzeit und besonders an die Qualen des Barfußlaufen im Stoppelfeld - das haben wir dann lieber nicht ausprobiert.

Getreide auflegen

Heutrocknung auf sogenannten Hoanzn

Gemüse aus dem Bauerngarten gab es auch
Die Erntearbeiten sind diesmal unser Beitrag für GRÜNZEUG.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Erste Getreide-Ernte und letzte Schulklassen-Führungen

In den letzten Tagen haben wieder einige Schulklassen und andere Gruppen den Fruchtgarten besucht. Am Samstag war eine Abordnung des Interkulturellen Garten Freising e. V. auf Gartenbesichtigungstour (weshalb wir jetzt auch ein Stück Seife an unserem Wasserfass liegen haben - herzlichen Dank dafür) und heute kamen zwei dritte Klassen der Fürholzer Schule bereits in den Genuss der ersten landwirtschaftlichen Ernte-Vorführungen. Es gab nämlich eine Generalprobe für kommenden Samstag. Am 27.07. wird um 11 Uhr eine öffentliche Führung stattfinden und im Anschluss können diverse alte Maschinen und Geräte bei der Getreideernte beobachtet werden. Zum Einsatz kommen Sense, Ableger und Bindemäher. Das Mahdgut wird auf traditionelle Weise getrocknet bzw. wir schauen einfach mal, ob diese Technik noch irgendjemand beherrscht ;)

Der Ableger - ein Vorläufer des Mähdreschers

Lein und Leindotter

Nordhessischer Öllein
Im Fruchtgarten wachsen einige Ölpflanzen, von denen ich Euch heute zwei vorstellen möchte. Im Bauerngarten, gleich vorne rechts habe ich zwei Reihen `Nordhessischen Öllein´ ausgesät, die schon seit einigen Wochen an sonnigen Vormittagen ihre zartblauen Blüten öffnen. Vom Saatlein (Linum usitatissimum) gibt es zahlreiche Sorten, die für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Als Faserpflanze, auch bekannt als Flachs, wurde der Lein Ende des 19. Jahrhunderts von der Baumwolle fast verdrängt. Er ist aber immer noch in Kultur und wird mittlerweile wieder stärker nachgefragt. Lein ist außerdem ein wichtiger Öllieferant. Die diversen Ölsorten sind reich verzweigt, bilden viele Blüten und somit auch Samen, aus denen das Leinöl gewonnen wird. In meinem Hausgarten wächst außerdem ein ausdauernder Stauden-Lein (Linum perenne), der sehr einfach zu kultivieren und ein Blickfang im Blumenbeet ist.

Leindotter-Blüte
Eine Ölpflanze, die bereits in der Bronzezeit angebaut wurde ist der Leindotter (Camelina sativa). Seinen Namen hat er daher, weil er ein sehr häufig vorkommendes Beikraut auf Lein-Äckern ist. Dort wird er allerdings nicht gern gesehen, weil er die Entwicklung des Leins (mit dem er übrigens nicht verwandt ist) negativ beeinflussen kann. In Mischkultur mit anderen Pflanzen wird er aber gerade im Bio-Anbau durchaus verwendet. Zum Beispiel gemeinsam mit Erbsen, welchen er eine stabile Stütze gibt. Außerdem schützt er die Erbse und andere konkurrenzschwache Kulturen vor dem Verunkrauten. Weitere, häufig angebaute Mischkulturen sind Leindotter mit Gerste oder Leindotter mit Linsen. Der Ertrag ist bei Leindotter vergleichsweise gering, aber im Mischfruchtanbau überwiegen die Vorteile. Dank seiner relativ kurzen Kulturdauer eignet sich Leindotter auch gut als Zwischenfrucht. Im Fruchtgarten wächst er allerdings nicht in Mischkultur, sondern auf einer eigenen Parzelle. Hier gibt es ein kleines Leindotter-Porträt vom BR.
Leindotter

Sonntag, 21. Juli 2013

Raupe+Kohlblatt=Schmetterling

Wo Kulturpflanzen wachsen lassen sogenannte Schädlinge nicht lange auf sich warten. Beikräuter, die unsere gesetzten Pflanzen am Wachsen hindern, werden durch Hacken oder Jäten entfernt. Daneben gibt es aber jede Menge Insekten und Pilzkrankheiten, die unsere Gartenpflanzen befallen. Schon aus Zeitmangel können wir da nur begrenzt eingreifen und mich persönlich stört es auch nicht, wenn die Radieschen Löcher in den Blättern haben oder wenn auf den Kräutern ein paar Käferchen sitzen. In einem langjährig bewirtschafteten Garten würde ich allerdings schon darauf achten, dass sich Krankheiten oder Schadinsekten nicht häuslich einrichten, weil der Befall von Jahr zu Jahr stärker werden kann und die Ernte schlimmstenfalls irgendwann ganz ausbleiben könnte. Bei unseren Gartenführungen haben wir zahlreiche Tipps und Anregungen bekommen, wie das Gemüsebeet natürlich gesund gehalten werden kann. Ich bin beeindruckt, wie viel praktisch erprobtes Wissen über biologischen Pflanzenschutz in unserem Dorf vorhanden ist. Einige Kinder der 3. Klassen, die uns am Donnerstag besucht hatten, waren außerdem der Meinung, dass die Tiere schließlich auch von etwas leben müssen. Die Kinder haben vermutet, dass hier nicht so viele hübsche Kohlweißlinge herumflattern würden, wenn wir alle Raupen aus dem Kraut entfernt hätten und ein Junge konnte den gefräßigen Insekten noch weitere Vorteile abgewinnen "Das ist praktisch, wenn die Raupen Löcher in die Blätter fressen - dann muss ich nicht mehr so viel kauen!"

Das Weißkraut wird relativ wenig angeknabbert

Am Blaukraut sind schon mehr Fraßspuren

Filderkraut ist auch beliebt

Juhu, die erste Paprika


Zucchini haben wir jetzt auch in Gelb

Radicchio



Sonntag, 14. Juli 2013

Gießen und Genießen

In den letzten Tagen war Gießen meine häufigste Tätigkeit im Bauerngarten. Zum Glück haben sich hin und wieder ein paar fleißige Helfer angeboten. Pflanzen, die ich an Ort und Stelle gesät oder schon vor längerer Zeit gepflanzt hatte, kommen mit weniger Wasser aus. Hilfreich erweist sich jetzt auch die Mulchschicht aus Stroh, mit der wir zwischen einzelnen Kulturen den Boden bedeckt haben. Darunter hält sich die Feuchtigkeit sehr gut. Unser Speiseplan besteht mittlerweile fast nur noch aus Gartenerzeugnissen. Täglich kommen neue kulinarische Offenbarungen hinzu. Heutiger Höhepunkt war ein Obstsalat aus Johannis-, Josta- und Stachelbeeren, versüßt mit den Früchten der Felsenbirnen vom Wegesrand. Zeit für ein paar Fotos war auch noch:

Radieschen `Riesenbutter´

Johannisbeere `Weiße Versailler´

Tomaten aus Mintrachinger Eigenvermehrung

Erbse `Blue Pod´

Den Blumenkohl muss ich wohl mal düngen ;-)

Zuckerhut, Wirsing und dahinter zaghafte Stangenbohnen 

Diese entzückenden Blüten gehören zum Feldsalat

Fenchel ist auch schon fertig

Taglilie - dekorativ und essbar

Koriander der Sorte "eure Petersilie riecht aber komisch"

Samstag, 13. Juli 2013

Ein Himbeerbogen für unseren Fotowettbewerb

Es muss nicht immer ein Rosenbogen sein. Wir freuen uns über das Bild (und die Idee!) des Himbeerbogens von Christel Winkel aus Freigericht. Weil dieser Ort laut unserer Recherche in Hessen liegen müsste, möchten wir nochmal darauf hinweisen, dass wir aus organisatorischen Gründen gerne nur Bilder aus bayerischen Gärten hätten. Deshalb haben wir unseren Fotowettbewerb auch Bayerische Gartenszenen genannt ;-)

Montag, 8. Juli 2013

Rote Melde und weitere Meldungen - Samengärtnerei für den Hausgarten

Besucher am Samstag, im Vordergrund die Sojabohnen
Vor kurzem war ich noch der Meinung, dass die Mintrachinger die Melde höchstens als unliebsames Ackerunkraut kennen und tatsächlich kam bei den Führungen oft die Frage nach dem dekorativen, roten Blattgemüse auf, welches in unserem Bauerngarten Farbakzente setzt. Letzten Samstag aber, als wir die Bevölkerung in den Fruchtgarten geladen hatten, war das Gänsefußgewächs plötzlich vielen ein Begriff. Die Rote Melde war nämlich einen Tag zuvor Gegenstand der BR-Serie "Unser Land" gewesen, die anscheinend hier gerne gesehen wird. In der Sendung ging es aber nicht nur um seltenes Gemüse sondern um die EU-Saatgutverordnung und die daraus resultierenden Schwierigkeiten beim Erhalt alter Kulturpflanzensorten. Gedreht wurde der Beitrag unter anderem bei Annette Holländer, von der übrigens auch ein Teil der Samen unserer Roten Melde stammt und von der ich im Frühjahr noch einige andere Saatgut-Schmankerln für unseren Garten bekommen habe. Die engagierte Gärtnerin bietet ein tolles Seminarprogramm rund um Obst, Gemüse und Kräuter an, darunter auch ein Praxisseminar "Samengärtnerei für den Hausgarten", bei dem die Teilnehmer Wissenswertes über Saatgutgewinnung für den Eigenbedarf erfahren können. Der Kurs besteht aus zwei Modulen, die auch einzeln buchbar sind. Termine sind der 13. Juli und der 07. September.

Jetzt aber zur Roten Melde: das Blattgemüse mit der tollen Farbe ist eine Varietät der grünlaubigen Gartenmelde. Die Gartenmelde wird vermutlich schon seit Jahrtausenden kultiviert und kann sowohl gekocht als auch roh gegessen werden. Mit der Einführung von Spinat und ähnlichen Pflanzen hat die Melde stark an Bedeutung verloren. Im Gegensatz zu anderem Blattgemüse lässt sie sich nämlich nicht frisch halten und sollte nach der Ernte sofort verarbeitet oder verzehrt werden. Weil ihre Blätter so schnell welken, gibt es die Melde nicht auf dem Wochenmarkt und schon gar nicht im Laden zu kaufen. Im Garten lässt sie sich aber problemlos anbauen und meistens sät sie sich an Ort und Stelle gleich wieder selber aus.

Rote Melde zwischen Zwiebeln und Öllein

Am Samstag konnte aber nicht nur die Rote Melde, sondern die gesamte Anlage bewundert werden, was laut Pressebericht (heute im Freisinger Tagblatt) an die 100 Leute auch gemacht haben. Wir hatten vormittags und nachmittags zahlreiche Führungen zu den Themen konventioneller und ökologischer Landbau sowie zu den Kulturen im Bauerngarten. Die interessierten Besucherinnen und Besucher konnten dabei nicht nur spannende Informationen, sondern auch den einen oder anderen Salatkopf oder ein paar Mangoldstiele ergattern. Außerdem war die Nachfrage nach Kräutern und Duftpflanzen so groß, dass ich die vorhandenen Kräuter demnächst teilen werde, damit nach unserem Erntefest möglichst viele davon in die Mintrachinger Gärten wandern können.

Blaue Blüten - blaue Kartoffeln

Neu im Angebot: Brokkoli 

Noch mehr "Bayerische Gartenszenen"

Gestern ist wieder ein Beitrag zu unserem Fotowettbewerb eingegangen. Teilnehmerin Marina Wüst aus dem fränkischen Frickenhausen hat zu jedem ihrer Bilder ein paar Worte geschrieben - vielen Dank fürs Mitmachen!

"Blick vom untersten Gartenteil den Hang hinauf. Im Vordergrund blühen `Gertrude Jekyll´ und `Mary Rose´."

"Sanftes Abendlicht überhaucht den Gartenbereich vor dem Pflanzenhaus. Die Glockenblumen und der gelbe Mohn treiben es zusammen mit der Kletterrose `William Lobb´ hier bunt."

"Blaue Stunde am Teich. Die Trockenmauer verläuft in sanftem Schwung und fängt das oberer Terroir ab."

Samstag, 6. Juli 2013

"Bayerische Gartenszenen" - hier sind die ersten Beiträge zu unserem Garten-Foto-Wettbewerb 2013!


Aufmerksame Leserinnen und Leser unserer aktuellen Ausgabe haben es ja sicher schon vernommen, dass wir dieses Jahr einen Foto-Wettbewerb veranstalten. Nähere Infos dazu gibt es hier.

Wir veröffentlichen die Einsendungen hier im Blog und hoffen, dass die Bilder zum Mitmachen inspirieren. Es gibt tolle, pflanzliche Preise zu gewinnen und auf alle Einsender wartet eine kleine Überraschung.

Bereits vor zwei Wochen hat uns der Beitrag von Janosch Wöhrl erreicht. Die Aufnahmen mit dem Titel "Der Sommer kommt!" stammen aus Berg am Starnberger See.


Familie Janz hat uns ebenfalls drei Bilder geschickt, mit folgenden Zeilen: "Anbei unser Garten in Pfaffenhofen an der Ilm. In unserem Garten fühlt sich die ganze Familie wohl: Zum Entspannen, Lernen, Grillen... kurzum: Eine Oase der Ruhe und des Festes inmitten des Arbeitslebens und der Schule. Das ist unser Garten."




Vielen Dank für diese schönen ersten Beiträge. Wir freuen uns schon auf die nächsten Bilder aus den bayerischen Gartenparadiesen! Einsendeschluss ist der 20.09.2013, Ausstellung mit Preisverleihung ist am 28.09.13 beim "Herbstfeuer" in der Staudengärtnerei Extragrün in Freising.

Freitag, 5. Juli 2013

Chinakohl vs. Blütenkohl

Schon länger überlege ich, ob und wann ich den Chinakohl ernten soll, der im Fruchtgarten vor sich hinwuchert. Jetzt hat sich die Frage wohl erledigt, weil er bereits anfängt zu blühen. Auf der Suche nach einer Auskunft über etwaige Nachteile der Kohlblüte (mich stört es ja nicht, aber die Gartenbesucher sind manchmal etwas skeptisch) bin ich im Ulmer-Blog "Einmal querbeet und ab in die Küche" auf diesen tollen Tipp gestoßen: "Nennen Sie dieses Gemüse einfach Blütenkohl und verwenden Sie ihn als Spezialität." Alles klar, so machen wir es :-)

Am Samstag, den 06.07. gibt es um 10 Uhr und um 14 Uhr Führungen im Fruchtgarten. Wer keine Angst vor großen Kohlköpfen hat, darf sich gerne einen Chinakohl mitnehmen. Alternativ gibt es derzeit auch noch Salat, Rote Bete, Fenchel oder Mangold.

Kohlrabi - Nachschub ist unterwegs!

Kohlrabi wie aus dem Bilderbuch
Am Mittwoch hat uns eine 8. Klasse der Mittelschule besucht und sich sehr interessiert unsere landwirtschaftlichen Kulturen zeigen lassen. Danach war noch ein kurzer Abstecher in den Bauerngarten drin. Bei der Gelegenheit gab es unseren letzten, blauen Kohlrabi zum Probieren. Dabei kam die Frage auf, ob man die Blätter auch essen kann. Im Laden sind die ja oft gar nicht mehr an der Pflanze dran oder wenn, dann schon sehr angewelkt. Frisch aus dem Beet schmecken sie aber richtig gut. Wir kochen sie gerne im Kohlrabigemüse mit oder essen sie roh im Salat.

Wir hatten weiße und blaue Exemplare der knolligen Kohlvariante - leider ohne Sortennamen, aber alle sehr lecker. In einem Gartenbuch habe ich gelesen, dass die Kulturdauer bei den blauen Sorten etwas länger ist und tatsächlich war das bei unseren auch der Fall. Vom Hausler-Hof haben wir neulich noch einige Jungpflanzen bekommen. Es gibt also bestimmt in ein paar Wochen wieder Kohlrabi-Nachschub.

Gleich 2 Stunden hat es diese 8. Klasse bei uns ausgehalten