Lein und Leindotter

Nordhessischer Öllein
Im Fruchtgarten wachsen einige Ölpflanzen, von denen ich Euch heute zwei vorstellen möchte. Im Bauerngarten, gleich vorne rechts habe ich zwei Reihen `Nordhessischen Öllein´ ausgesät, die schon seit einigen Wochen an sonnigen Vormittagen ihre zartblauen Blüten öffnen. Vom Saatlein (Linum usitatissimum) gibt es zahlreiche Sorten, die für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Als Faserpflanze, auch bekannt als Flachs, wurde der Lein Ende des 19. Jahrhunderts von der Baumwolle fast verdrängt. Er ist aber immer noch in Kultur und wird mittlerweile wieder stärker nachgefragt. Lein ist außerdem ein wichtiger Öllieferant. Die diversen Ölsorten sind reich verzweigt, bilden viele Blüten und somit auch Samen, aus denen das Leinöl gewonnen wird. In meinem Hausgarten wächst außerdem ein ausdauernder Stauden-Lein (Linum perenne), der sehr einfach zu kultivieren und ein Blickfang im Blumenbeet ist.

Leindotter-Blüte
Eine Ölpflanze, die bereits in der Bronzezeit angebaut wurde ist der Leindotter (Camelina sativa). Seinen Namen hat er daher, weil er ein sehr häufig vorkommendes Beikraut auf Lein-Äckern ist. Dort wird er allerdings nicht gern gesehen, weil er die Entwicklung des Leins (mit dem er übrigens nicht verwandt ist) negativ beeinflussen kann. In Mischkultur mit anderen Pflanzen wird er aber gerade im Bio-Anbau durchaus verwendet. Zum Beispiel gemeinsam mit Erbsen, welchen er eine stabile Stütze gibt. Außerdem schützt er die Erbse und andere konkurrenzschwache Kulturen vor dem Verunkrauten. Weitere, häufig angebaute Mischkulturen sind Leindotter mit Gerste oder Leindotter mit Linsen. Der Ertrag ist bei Leindotter vergleichsweise gering, aber im Mischfruchtanbau überwiegen die Vorteile. Dank seiner relativ kurzen Kulturdauer eignet sich Leindotter auch gut als Zwischenfrucht. Im Fruchtgarten wächst er allerdings nicht in Mischkultur, sondern auf einer eigenen Parzelle. Hier gibt es ein kleines Leindotter-Porträt vom BR.
Leindotter

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