Notreife beim Getreide

Kurz nach der Aussaat
Gestern wurde im Fruchtgarten die Sommergerste geerntet. Ursprünglich war geplant, nur eine kleine Menge zu schneiden und zu trocknen, damit beim Erntefest Material zum Dreschen da ist. Dass dann doch das ganze Feld abgeerntet wurde lag daran, dass die Gerste notreif war. Laut Wikipedia bezeichnet Notreife "vorzeitiges Abreifen durch widrige Umstände". Ein solcher widriger Umstand kann der Trockenstress sein, den die Gerste in den letzten Wochen erlitten hat. Bei der Notreife kommt es zu Ertragseinbußen. Die Körner bleiben klein und leicht, weil vor dem Abreifen nicht mehr genug Stärke eingelagert werden konnte. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit, wird heuer vermutlich sehr viel Getreide vorzeitig reif werden.


Vor ein paar Wochen waren die Halme noch grün
Die Sommergerste wird überwiegend zur Vermälzung angebaut. Malz kann zum Backen, für Malzkaffee oder zum Schnaps brennen verwendet werden. Der größte Teil der bei uns angebauten Gerste wird aber als Braugerste genutzt. Abgesehen vom "Gerstensaft" spielt das Getreide hierzulande für die menschliche Ernährung keine allzu große Rolle. Im asiatischen Raum wird Gerstentee getrunken. Das Getreide mit den langen Grannen war neben Bohnen und Trockenfrüchten ein Hauptnahrungsmittel der römischen Gladiatoren, welche Berichten zu Folge Vegetarier gewesen sein sollen. Wintergerste wird häufig als Viehfutter verwendet.

aufgemandelte Gersten-Garben
Gersten-Stoppelfeld

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