Rote Melde und weitere Meldungen - Samengärtnerei für den Hausgarten

Besucher am Samstag, im Vordergrund die Sojabohnen
Vor kurzem war ich noch der Meinung, dass die Mintrachinger die Melde höchstens als unliebsames Ackerunkraut kennen und tatsächlich kam bei den Führungen oft die Frage nach dem dekorativen, roten Blattgemüse auf, welches in unserem Bauerngarten Farbakzente setzt. Letzten Samstag aber, als wir die Bevölkerung in den Fruchtgarten geladen hatten, war das Gänsefußgewächs plötzlich vielen ein Begriff. Die Rote Melde war nämlich einen Tag zuvor Gegenstand der BR-Serie "Unser Land" gewesen, die anscheinend hier gerne gesehen wird. In der Sendung ging es aber nicht nur um seltenes Gemüse sondern um die EU-Saatgutverordnung und die daraus resultierenden Schwierigkeiten beim Erhalt alter Kulturpflanzensorten. Gedreht wurde der Beitrag unter anderem bei Annette Holländer, von der übrigens auch ein Teil der Samen unserer Roten Melde stammt und von der ich im Frühjahr noch einige andere Saatgut-Schmankerln für unseren Garten bekommen habe. Die engagierte Gärtnerin bietet ein tolles Seminarprogramm rund um Obst, Gemüse und Kräuter an, darunter auch ein Praxisseminar "Samengärtnerei für den Hausgarten", bei dem die Teilnehmer Wissenswertes über Saatgutgewinnung für den Eigenbedarf erfahren können. Der Kurs besteht aus zwei Modulen, die auch einzeln buchbar sind. Termine sind der 13. Juli und der 07. September.

Jetzt aber zur Roten Melde: das Blattgemüse mit der tollen Farbe ist eine Varietät der grünlaubigen Gartenmelde. Die Gartenmelde wird vermutlich schon seit Jahrtausenden kultiviert und kann sowohl gekocht als auch roh gegessen werden. Mit der Einführung von Spinat und ähnlichen Pflanzen hat die Melde stark an Bedeutung verloren. Im Gegensatz zu anderem Blattgemüse lässt sie sich nämlich nicht frisch halten und sollte nach der Ernte sofort verarbeitet oder verzehrt werden. Weil ihre Blätter so schnell welken, gibt es die Melde nicht auf dem Wochenmarkt und schon gar nicht im Laden zu kaufen. Im Garten lässt sie sich aber problemlos anbauen und meistens sät sie sich an Ort und Stelle gleich wieder selber aus.

Rote Melde zwischen Zwiebeln und Öllein

Am Samstag konnte aber nicht nur die Rote Melde, sondern die gesamte Anlage bewundert werden, was laut Pressebericht (heute im Freisinger Tagblatt) an die 100 Leute auch gemacht haben. Wir hatten vormittags und nachmittags zahlreiche Führungen zu den Themen konventioneller und ökologischer Landbau sowie zu den Kulturen im Bauerngarten. Die interessierten Besucherinnen und Besucher konnten dabei nicht nur spannende Informationen, sondern auch den einen oder anderen Salatkopf oder ein paar Mangoldstiele ergattern. Außerdem war die Nachfrage nach Kräutern und Duftpflanzen so groß, dass ich die vorhandenen Kräuter demnächst teilen werde, damit nach unserem Erntefest möglichst viele davon in die Mintrachinger Gärten wandern können.

Blaue Blüten - blaue Kartoffeln

Neu im Angebot: Brokkoli 

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